QRB-Rc Baden-Württemberg e.V. | 25.09.2022 | 05:58
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Gelungene Fachexkursionen des ISTE und des QRB am 14.07.2005 und 14.09.2005
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„Vom Abbruch zum Produkt“ - Kreislaufwirtschaft mit Recycling-Baustoffen –
Was passiert auf dem Weg vom Abbruchprojekt bis zum einbaufähigen Recycling-Baustoff?

1. Fachexkursion - Raum Karlsruhe (14. Juli 2005)

Unter diesem Motto fand die 1. Fachexkursion der Fachgruppe Recycling-Baustoffe und Boden des ISTE sowie des QRB am 14. Juli 2005 im Raum Karlsruhe statt. Mit über 50 Teilnehmern aus Verwaltung, Wirtschaft, Prüfinstituten sowie Presse war diese Exkursion sehr gut besucht.




Arnold Magagna - Vorstandsvorsitzender des QRB und Geschäftsführer von einer der größten Rc-Baustoff-Anlagen Europas, der BAVAK in Karlsruhe Beeindruckend: Durch die gesamte, über 100 m lange Rc-Baustoff-Anlage der BAVAK hindurch - Vom Input über Magnetabscheider und Handsortierung bis zum fertigen Recycling-Baustoff



Dipl.-Ing. Gerhard Illner, Geschäftsführer der Bautrans GmbH, informiert über Ablauf und Zuständigkeiten auf Baustellen Dipl.-Geol. Khaled Aly der Bautrans GmbH zeigt, wer für welchen Vorgang welche Papiere unterschreibt

Mit Interesse verfolgten die Exkursionsteilnehmer die Abbruchmaßnahmen in der Karlsruher Innenstadt. Jährlich fallen bundesweit ca. 75 Mio. Tonnen Bauschutt und Straßenaufbruch an, davon allein ca. 10 Mio. Tonnen in Baden-Württemberg. Was aber passiert mit dem vielen Abbruchmaterial? Wer übernimmt die Verantwortung für dieses Material und wer entscheidet über Verwertung oder Deponierung? Wer unterschreibt für welchen Vorgang welche Papiere und wer analysiert das Material nach welchem Regelwerk? Hierüber informierten Gerhard Illner und Khaled Aly, wobei deutlich wurde, dass - auch hier - viele Vorschriften zu beachten und viele Papiere auszufüllen sind.

Dipl.-Ing. Günter Dillmann, Öffentliche Baustoffprüfstelle der Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft, erläutert den Weg von der Probenahme über die Probenaufbereitung bis zur bautechnischen Prüfung von Straßenbaustoffen Unkritisches Bitumen oder Teer? Diese Frage war sehr schnell beantwortet ...

Die Schlüsselrolle im QRB haben die Fremdüberwachungs- und Prüfinstitute. Diese unabhängigen Institute stehen mit ihrem Namen für kontrollierte, sprich güteüberwachte Qualität der QRB-Recycling-Baustoffe.

Den Fremdüberwachungs- und Prüfinstituten obliegt die Probenahme, Probenaufbereitung und Probenanalyse der aufbereiteten Recycling-Baustoffe unterschiedlichster Körnung und Materialzusammensetzung. Mit unüberhörbarem Getöse zeigten Günter Dillmann und sein Team von der Öffentlichen Baustoff- prüfstelle in Karlsruhe, welchen "Torturen" die späteren Straßenbaustoffe jeglicher Art ausgesetzt werden. Sei es ihr Heruntermahlen in den Millimeterbereich durch zig Mahlvorgänge, oder aber die Ermittlung ihres Standhaltevermögens gegenüber massivem Druck als Schlagzertrümmerungswert.

Die Öffentliche Baustoffprüfstelle Karlsruhe mit Günter Dillmann und seinem Team ist zugelassene RAP-Stra-Prüfstelle und Fremdüberwachungsinstitut für QRB-Recycling-Baustoffe Dipl.-Ing. Hansjörg Fader von der Fader Umweltanalytik in Karlsruhe zeigt den Analyseweg von Recycling-Baustoffen im chemischen Labor

Letzte Klarheit betr. der chemischen Kennwerte gibt dann die Laboranalyse. Den weiteren Werdegang des zuvor gemahlenen, 'pulverisierten' Materials im Labor zeigte Hansjörg Fader von der Fader Umweltanalytik in Karlsruhe.

Besteht das Recycling-Material die Güteprüfung, so steht dem Produktstatus für den Rc-Baustoff nichts mehr im Wege - dokumentiert als Produktzertifikat durch Günter Dillmann als Vertreter der RAP-Stra-Prüfstelle und QRB-Fremdüberwachungsinstitut in Kooperation mit Fader Umweltanalytik als chem. Prüfinstitut.



Über die Exkursionspunkte Abbruch - Aufbereitung - Labor ... ... und dann zum Einbau - mit dem letzten Exkursionspunkt schloss sich der Kreislauf der "alten neuen Steine"




2. Fachexkursion - Raum Stuttgart (14. September 2005)

Auch die 2. Fachexkursion der Fachgruppe Recycling-Baustoffe und Boden des ISTE sowie des QRB mit ca. 35 Teilnehmern aus Verwaltung, Wirtschaft, Prüfinstituten sowie Presse am 14. September 2005 im Raum Stuttgart verfolgte den Weg von Recycling-Baustoffen vom Abbruch über die Aufbereitung bis in das Labor und den späteren Verwertungseinsatz.

Ende Juli 2005 begannen die Abbrucharbeiten am "Kronprinzbau" in Stuttgart Hans-Jörg Fischer, Geschäftsführer der Weilheim Abbruch GmbH & Co. KG erläuterte den Umfang und Vorgehensweise bei den Abbrucharbeiten






Dipl.-Chem. Jörg Mändle vom Institut Dr. Haag GmbH in Kornwestheim und Dipl.-Chem. Jan Herrmann vom Institut für Baustoffprüfung und Umwelttechnik (IBE) in Langenbrettach - Fremdüberwacher des QRB
Ebenso auf der 2. Fachexkursion vertreten waren Fremdüberwachungsinstitute des QRB. Die zugelassenen RAP-Stra-Prüfstellen IBE -Institut für Baustoffprüfung und Umwelttechnik Langenbrettach, BPI - Baustoffprüfungsinstitut Dipl.-Ing. Rolf Wagenmann Herbolzheim, ifm - Institut für Materialprüfung Dr. Schellenberg  Rottweil GmbH sowie Institut Dr. Haag GmbH Kornwestheim entscheiden als Fremdüberwacher über die Einsatzmöglichkeiten von aufbereiteten Recycling-Baustoffen ... bei entsprechender Qualität können sie Rc-Baustoffe als Produkt einstufen und dokumentieren dies über ein Produktzertifikat.

Jan Herrmann vom Institut für Baustoffprüfung und Umwelttechnik informierte über die fortlaufenden Arbeiten des QRB-Arbeitskreises der Fremdüberwacher. In diesem Arbeitskreis wird - in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium Baden-Würtemberg und der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg - an einer ständigen Optimierung der Qualitätssicherung gearbeitet.


Aktuelle Mitgliederliste des QRB:  http://www.qrb-bw.de/home/mitglieder_des_qrb

Dipl.-Biol. Thomas Beißwenger, Geschäftsführer des ISTE und QRB: Viele Steine-Erden-Betriebe sind wichtige Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen.

Viele im Abbau befindliche Rohstoffgewinnungsstellen sind nachweislich wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen - häufig sogar für bedrohte "Rote-Liste-Arten". In diesem Sinne erläuterte Dipl.-Biol. Thomas Beißwenger, Geschäftsführer des ISTE sowie des QRB, die große Bedeutung von Abbaustätten - beginnend bei der kontinuierlichen Schaffung von neuen Pionierstandorten und Biotopen (Stichwort "Wanderbiotope") bis hin zu sachkompetenten forstlichen Rekultivierungen. Dies zeigt sich auch an der Gemeinsamen Erklärung des NABU und des ISTE: "Rohstoffnutzung in Baden-Württemberg".

Dass auch Anlagen der Baustoff-Recycling-Branche zu diesen wertvollen Rückzugsgebieten  gehören, zeigt sich u.a. bei dem RC-Center Stuttgart/Möhringen der Fa. Fischer. Seit Jahren zieht hier eine Fuchs-Familie regelmäßig ihre Jungen groß -  offensichtlich unbeeindruckt von den betrieblichen Aktivitäten auf dem Gelände des RC-Center.

Dr.-Ing. Michael Aufrecht - Geschäftsführer des BÜV-Zert sowie QRB-Vorstandsmitglied
Dr.-Ing. Michael Aufrecht, Geschäftsführer des Baustoffüberwachungs- und Zertifizierungsverbandes Baden-Württemberg e.V. (BÜV-Zert) in Ostfildern sowie Vorstandsmitglied des QRB, begrüßte die Exkursionsteilnehmer im Haus der Baustoffverbände in Ostfildern. Ein Zeichen der Synergieeffekte, die sich durch das gemeinsame Verbändehaus ergeben, sind nach Aufrecht u.a. solche in Teamwork durchgeführten Fachexkursionen, bei denen alle Facetten von der fachlichen Betreuung, dem Lobbying bis hin zur labortechnischen Prüfung aufgezeigt werden würden.

Das Team des BÜV-Zert mit Dr.-Ing. Michael Aufrecht, Dipl.-Geol. Markus Wachutka und Dietmar Freyer stellte anschließend seine Prüfstelle vor. Die anerkannte RAP-Stra-Prüfstelle prüft Mineralstoffe jeglicher Art auf  ihre bautechnischen Eigenschaften. Über die Überwachung und Zertifizierung von normalen und leichten Gesteinskörmnungen hinaus können über angeschlossene Verbände CE-Zertifikate und EG-Konformitätserklärungen ausgestellt sowie auch Managementsysteme zertifiziert werden.

Den Analyseweg von Recycling-Baustoffen im chemischen Labor zeigte in sehr fachkundiger Weise - wie bereits bei der 1. Fachexkursion - Dipl.-Ing. Hansjörg Fader von der Fader Umweltanalytik in Karlsruhe. Auch viele Tips zum besseren Umgang mit den angenommenen Rostoffen für die späteren Recycling-Baustoffe sowie zur verbesserten Aufbereitungstechnik konnte Hansjörg Fader geben. 

Weiteres unter  http://www.buev.de  und   http://www.fader.de




Christoph Ruth von der SEG Ostfildern mbH erläuterte eindrucksvoll die Abbruch- und Wiedereinbaumaßnahmen von Rc-Baustoffen im Scharnhauser Park
Der heutige Stadtteil "Scharnhauser Park" war 1937 bis 1992 ein ehemaliger Fliegerhorst und Bestandteil der "Nellingen Barracks". Seit dem Abzug des US-Militärs hat das Areal der „Nellingen-Barracks“ eine Schlüsselrolle für die Entwicklung von Ostfildern (35.000 EW). Auf Basis einer Entwicklungssatzung von 1994 sollte mit dem Neubauvorhaben „Scharnhauser Park“ ein ökologisch vorbildliches und familienfreundliches Neubaugebiet entstehen, wobei der wesentliche Anlass für das Projekt der zu Beginn der 1990er Jahre bestehende große Wohnungsbedarf in der gesamten Region war.

1994 erfolgte die Beauftragung der Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Ostfildern mbH (SEG Ostfildern) mit der Projektentwicklung, inkl. Gebäudeabbruch und Altlastensanierung im Bereich des ehemaligen Fliegerhorstes.

Im Rahmen der Bauarbeiten konnte erreicht werden, dass der größte Teil des Abbruchmaterials in Form von aufbereiteten Recycling-Baustoffen direkt vor Ort wieder eingesetzt werden konnte.

Weiteres unter  http://www.seg-ostfildern.de