QRB-Rc Baden-Württemberg e.V. | 18.05.2012 | 18:25
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14. Baustoff-Recycling-Tag am 6.10.2011 - Baustoffrecycling, Verfüllung von Abgrabungen - wie geht das zukünftig?
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Politik und Gesellschaft fordern den schonenden Umgang mit Ressourcen und eine konsequente Kreislaufwirtschaft. Doch die so genannte „Mantelverordnung" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die den Boden- und Grundwasserschutz regeln soll, lässt seit Jahren auf sich warten. Das verunsichert die Branche. Wie sich das in der Praxis auf die Unternehmen auswirkt, wurde auf dem größten alljährlichen Branchentreff der Steine- und Erden-Industrie im Südwesten, dem Baustoff-Recycling-Tag, mit Vertretern aus Bundes- und Landespolitik diskutiert.

Die Verwertungsquote von Bau- und Abbruchabfällen  beträgt derzeit rund 70 Prozent. Damit belegt Deutschland weltweit einen Spitzenplatz. Dennoch kann Recyclingmaterial nur ungefähr zu zehn Prozent „Primärrohstoffe" wie Sand und Kies und Naturstein ersetzen.

Deshalb ist die Gleichberechtigung der Baustoffe bei Ausschreibungen wichtig. Die am besten geeignete Gesteinskörnung soll eingesetzt werden - ohne dass ein Material bevorzugt wird und ohne politische Quoten- Vorgabe.

Dass die Sekundärbaustoffe über eine vergleichbare Qualität wie die primären Stoffe verfügen, dafür sorgt in Baden-Württemberg seit vielen Jahren das Qualitätssicherungssystem QRB. Ungefähr 100 von rund 400 Recyclingbetrieben in Baden-Württemberg haben sich dem QRB angeschlossen. Politik und Verwaltung wünschen sich deshalb, dass viel mehr Firmen dem QRB beitreten.

Um das Baustoffrecycling effektiv zu nutzen, sind jedoch zuverlässige gesetzliche Rahmenbedingungen dringend nötig. Ob die neue Mantelverordnung diese Bedingungen schaffen wird, ist unter Experten umstritten. Während die Ersatzbaustoffverordnung umfassend wissenschaftlich begleitet wurde, fehlt dieses Fachwissen bei der Bodenschutzverordnung. Die Unternehmen fürchten deshalb, dass aufgrund zu strenger Grenzwerte Einzelfallprüfungen die Regel sein werden. Abgesehen von dem großen Verwaltungsaufwand weckten individuell angewandte Kriterien bei den betroffenen Unternehmen den Verdacht auf Willkür.

Vor allem im Straßenbau können RC-Baustoffe eingesetzt werden, aber auch im Waldwegebau findet das Material Verwendung. Hier ist es besonders wichtig, dass keine Altlasten oder schlicht Abfall zum Einsatz kommen. Der Verband der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württemberg plädiert deshalb für ständige Kontrolle und begrüßt das QRB-Zertifikat für hochwertige Produkte. Bei einer Kuh könne man zuverlässig und lückenlos die Herkunft anhand ihrer Ohrmarke bestimmen. Beim Baustoff ist dies nicht so einfach. Deshalb seien Systeme wie das QRB für die Kunden unverzichtbar.

Auch in diesem Jahr nutzten über 260 Teilnehmer die Gelegenheit, sich auf dem überregional ausgerichteten Baustoff-Recycling-Tag zu informieren und auszutauschen. Auf der Veranstaltung referierten Experten aus Bundes- und Landesministerien, Verwaltung, Verbänden und der Wissenschaft.

Eingeladen hatten der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg e.V. (ISTE) und das Qualitätssicherungssystem Recycling-Baustoffe Baden-Württemberg e.V. (QRB) zusammen mit der Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe e.V. (BRB) und der Fédération Internationale du Recyclage (FIR).

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer, Aussteller und Referenten!