- Quelle: PM 265/2009 des Umweltministeriums Baden-Württemberg
Ministerialdirektor
Bernhard Bauer am 14. Oktober 2009 beim 12. Baustoff-Recycling-Tag in
Filderstadt "Verwertungsquote
bei Bauabfällen mit 83 Prozent auf Rekordniveau." Modellprojekt:
"Landesweit erstmals soll aus Recyclingbeton ein ganzes Gebäude errichtet
werden."
Der Amtschef des Umweltministeriums, Ministerialdirektor
Bernhard Bauer, unterstrich heute (14. Oktober 2009) beim 12.
Baustoff-Recycling-Tag in Filderstadt (Landkreis Esslingen) die wachsende Bedeutung
der Wiederverwertung von Bauabfällen und lobte die Branche. "Die
Umweltressourcen sind begrenzt. Deshalb ist neben einem sorgsamen Umgang mit
Baumaterialien die Wiederverwertung von Abfällen von wachsender Bedeutung. Mit
einer Verwertungsquote von 83 Prozent wurde im vergangenen Jahr ein neues
Rekordniveau erreicht. Dieser Erfolg geht insbesondere auf das gestiegene Bewusstsein
und das Engagement der Branche zurück." So erleichterten in der jüngeren
Vergangenheit entwickelte neue Techniken die Wiedernutzung von Bauabfällen.
"Die erfolgreiche Entwicklung ist erfreulich und zugleich aber auch Ansporn,
dieses sehr gute Ergebnis noch weiter zu steigern", so Ministerialdirektor
Bauer.
Das Recycling von Baustoffen leiste einen wichtigen
Beitrag zu einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft und sei Zeichen eines auf
Nachhaltigkeit ausgerichteten Wirtschaftens, so Bauer. "Um Rohstoffquellen
zu schonen sollten soweit möglich Naturbaustoffe durch Recyclingbaustoffe ersetzt
werden." Dabei sei zwar klar, dass Recyclingbaustoffe nicht den kompletten
Bedarf an Baustoffen decken könnten. "Immerhin werden aber bereits rund zehn
Prozent an Rohstoffen wie Schotter, Splitt und dergleichen durch Recyclingmaterial
ersetzt. Das ist noch steigerungsfähig."
Fotos: Bulgrin
Die Veranstalter, Kooperationspartner und Referenten
Gemeinsam müssten deshalb Wege gesucht werden, den
Einsatz von Recyclingbaustoffen noch weiter auszubauen, so Bernhard Bauer. In
einem landesweit einzigartigen Modellvorhaben solle dazu die Verwendung von
Recyclingbeton erprobt werden. "Technisch ist es möglich aus Alt- und
Abbruchbeton einen qualitativ hochwertigen Baustoff herzustellen. Wir wollen
nun damit in die Praxiserprobung einsteigen. "Über einen erfolgreichen
Praxistest sollen so auch noch in der Branche und bei Bauherren vorhandene
Vorurteile abgebaut werden. "Es gibt eine gewisse Zurückhaltung, wenn
Recyclingbeton eingesetzt werden soll. Das Problem ist aber nicht die Qualität,
die mit frischem Beton keinen Vergleich scheuen muss. Das spielt sich mehr auf
der Gefühlsebene ab." In einem Modellvorhaben solle landesweit erstmals
aus Recyclingbeton ein ganzes Gebäude errichtet werden, so Bernhard Bauer.
" Wir wollen so den Einsatz von Recyclingbeton voranbringen. Über seinen Einsatz
könnten neue Verwertungswege erschlossen und so ein Beitrag zum Umweltschutz
geleistet werden."
Durch weiter steigende Rohstoffpreise könnten bislang
noch aufwändige Aufbereitungsverfahren die Schwelle der Wirtschaftlichkeit
erreichen, so Bauer. "Sobald die Wirtschaft wieder Tritt fasst, werden
auch die Rohstoffpreise wieder anziehen. Das kann weiteren Schub für die
Recyclingbranche bringen." Abfälle seien nicht nutzloser Müll, sondern müssten
als wertvolle Rohstofflager erkannt werden. Es liege dabei vor allem in der
Verantwortung der Recyclingwirtschaft, die Bestrebungen voranzutreiben,
qualitativ hochwertige Sekundärrohstoffe für die Wirtschaft zu gewinnen. Die
Baustoffrecyclingbranche habe zusammen mit dem Ministerium ein gutes Reglement
zur Qualitätssicherung erarbeitet. Bisher seien schon rund 100 der rund 250
Recyclingfirmen dabei und es müssten weiter intensive Anstrengungen unternommen
werden, um weitere Firmen zu gewinnen. "Nur wenn alle Firmen sich diesem
anspruchsvollen Qualitätsmanagement unterwerfen, kann die angestrebte
hochwertige Verwertung von Recyclingbaustoffen erreicht werden."
Volles Haus in der Filharmonie
RC-Tag-Teilnehmer im Gespräch
Programm des 12. RC-Tages
Im Folgenden sind die Redebeiträge bzw. die Vorträge der Referenten eingestellt.
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